Helge Hesse: DIE WELT NEU BEGINNEN

Die Wurzeln der Freiheit

7. Mai 2021

Helge Hesse hat die berauschende Aufbruchstimmung der Zeit von 1775 bis 1799 aus den Perspektiven ihrer Protagonistinnen und Protagonisten in einem lebensprallen Panorama eingefangen.

Das letzte Viertel des 18. Jahrhunderts war eine bewegte Zeit und sie sollte die Welt in einem nie gekannten Ausmaß verändern. Zu Beginn sortieren J. R. Forster und sein Sohn Georg in London die Ausbeute ihrer Weltumsegelung mit Kapitän James Cook, während ein Georg Christoph Lichtenberg den Kopf über den Freitod eines jungen Romanhelden namens Werther schüttelt und über die Leistungen einer innovativen Dampfmaschine spekuliert. Fernab davon in Englands aufsässiger Kolonie im Norden Amerikas veröffentlicht ein gewisser Thomas Paine sein Pamphlet „Common Sense“, das vernehmlich verkündet: „Es steht in unserer Macht, die Welt aufs Neue zu beginnen.“ Das glaubt wohl auch Frankreichs Königin Marie Antoinette, doch in der Militärschule von ­Brienne gibt es da bereits einen eigensinnigen kleinen Schüler namens Napoleone ­Bonaparte, der Jahre nach ihrer Hinrichtung Kaiser werden wird. 

Helge Hesses Buch lädt zu einer mitreißenden Tour d’Horizon durch dieses Zeitalter ein, einer Mischung aus Panorama und Who’s who. Er besichtigt ­diese Epoche mit den Augen ihrer Protagonistinnen und Protagonisten, deren Lebensfäden tief darin eingewoben und oft auf erstaunliche Weise miteinander verbunden sind. Von Kapitel zu Kapitel kristallisiert sich beim Lesen allmählich die Erkenntnis heraus, dass das Neue, Erhoffte, Erstrebte ebenso wie das Befürchtete und Überraschende von damals nun das ist, was ­unsere Gegenwart ausmacht.  UB

Helge Hesse

Über den Autor

Helge Hesse, geboren 1963, studierte Philosophie und ­Wirtschaftswissenschaften. Sein Bestseller „Hier stehe ich, ich kann nicht anders. In 80 Sätzen durch die Weltgeschichte“ wurde bislang in 14 Sprachen übersetzt. Der ­Autor lebt in Düsseldorf.

Helge Hesse
Die Welt neu beginnen

Leben in Zeiten des 
Aufbruchs 1775 bis 1799. 
Reclam, 431 S., 25,– €, 
ISBN 978-3-15-011280-9