Wolf Lotter: UNTERSCHIEDE

Mut zur Vielfalt

21. April 2022

Die Wissensgesellschaft braucht Menschen, die den Unterschied machen. Ein Plädoyer für das Anerkennen von Divergenzen – denn sie führen zu Vielfalt, Entwicklungschancen und Gerechtigkeit.

Unterscheiden heißt Erkennen, und Erkennen ist der Anfang des Aufbruchs“, schreibt Wolf Lotter in seinem neuen Buch „Unterschiede“. Anpassung und Gleichmacherei funktionieren in komplizierten Zeiten und hochgradig vernetzten Gesellschaften nicht mehr und werden den Menschen in ihrer Individualität nicht gerecht. Es sind gerade die unterschiedlichen Fähigkeiten, die vielfältige Lösungen, Wirtschaftskraft und Innovationen  hervorbringen.

Die Natur macht es vor: Abweichungen dienen ihr als Mittel zur Weiterentwicklung. Noch tun wir uns schwer, dies zu erkennen. Unsere Gesellschaft wird immer vielfältiger und komplexer, doch gedanklich sind wir dem Industriezeitalter mit seiner massenhaften Erzeugung des immer Gleichen und dem Kult der Einheitlichkeit verhaftet. Unterschiede stehen für Abgrenzung, Ungerechtigkeit oder Abweichlertum – das macht Angst und erregt Abwehr.  

Wolf Lotter entwirft ein positives Gegenbild: Der Unterschied macht uns zu unverwechselbaren Persönlichkeiten und führt zu Selbstbestimmung. Wobei das Recht auf Andersartigkeit nicht zu verwechseln ist mit dem Verlust von 
Gemeinschaft und Verantwortungsbewusstsein. Im Gegenteil: Mit Blick auf die Geschichte zeigt Lotter, wie Ausgrenzung und Einheitswahn Totalitarismen befeuern. Unterschiede zu respektieren schafft dagegen eine menschengerechtere Welt.

Lotters unterhaltsamer Essay steckt voller überraschender Assoziationen – und ist eine Mahnung zu Toleranz und freiem Denken.

ANA

Wolf Lotter
Unterschiede

Wie aus Vielfalt Gerechtigkeit wird.  
Edition Körber, 328 S., 20,– €, 
ISBN 978-3-89684-293-0

Wolf Lotter

Wolf Lotter ist Autor zahlreicher gesellschaftspolitischer Bücher und Gründungsmitglied des Wirtschaftsmagazins „brand eins“. Er gilt als einer der Vordenker bei der Entwicklung von der Industriegesellschaft hin zur Wissensgesellschaft.