Auszeichnung

Celan-Preis 2020 für Eveline Passet

7. August 2020

Der vom Deutschen Literaturfonds vergebene und mit 20.000 Euro dotierte Paul-Celan-Preis für herausragende Literaturübersetzungen ins Deutsche geht in diesem Jahr an Eveline Passet.

Eveline Passet

Eveline Passet wird für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet, das Übersetzungen aus dem Französischen und Russischen umfasst, darunter Werke von Alphonse Daudet, Benjamin Constant, Daniel Pennac, Wassili Rosanow und Wassili Golowanow. Besonders würdigt die Jury die Übersetzung des 2019 erschienenen ersten Bandes der Tagebücher von Michail Prischwin, die sie auch herausgibt und kommentiert. "Grundstürzende Veränderungen wie kleinste Mutationen im politisch-gesellschaftlichen Leben des nachrevolutionären Russlands werden in Alltagserlebnissen, Begegnungen mit einfachen Menschen und berühmten Zeitgenossen, Betrachtungen zur Literatur und Philosophie, Träumen, Naturschilderungen und Skizzen zu literarischen Arbeiten eingefangen", so die Jury. Eveline Passet erweise sich in all diesen Registern als "hellhörige, die Tonlagen und Redeweisen des Textes erkennende Übersetzerin" und übertrage ihn "in ein reiches, vielstimmiges Deutsch, das uns den Text nahebringt, ohne ihm seine zeitliche Distanz und Widerständigkeit zu nehmen."
Der Jury gehören an: Karin BetzUrsula GräfeGabriele LeupoldMiriam Mandelkow und Ulrich Sonnenberg.

Bewerbungen für den Paul-Celan-Preis 2021

Verlage können bis zum 28. Februar 2021 Bewerbungen beim Deutschen Literaturfonds e.V., Alexandraweg 23, 64287 Darmstadt, einreichen. Erforderlich sind sechs Exemplare des übersetzten Werks, ein etwa 20 Seiten umfassender Auszug aus dem Original sowie eine Biobibliographie der Übersetzerin oder des Übersetzers.