Dotiert mit 490.000 Euro

Jean-Claude Mourlevat erhält Lindgren-Preis

31. März 2021

Der französische Kinder- und Jugendbuchautor Jean-Claude Mourlevat bekommt den renommierten Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis 2021. Er sei ein "brillanter Erneuerer der Märchentraditionen", urteilte die Jury.

Jean-Claude Mourlevat

Jean-Claude Mourlevat habe seit seinem Debüt im Jahr 1997 mehr als 30 Bücher geschrieben, die in fast 20 Sprachen übersetzt wurden, so die Mitteilung der schwedischen Preisstifter. Mit einer besonderen Vorliebe für Märchen, Fabeln und Fantasy greife er auf literarische Traditionen zurück, um Welten zu schaffen, die keiner anderen gleichen. Er schreibe für kleine Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen.

Für die Jury ist Mourlevat "ein brillanter Erneuerer der Märchentraditionen, offen für Härte und Schönheit zugleich". Zeit und Raum seien in seinen fiktiven Welten aufgehoben, und die ewigen Themen von Liebe und Sehnsucht, Verletzlichkeit und Krieg würden in präziser und traumhafter Prosa dargestellt. "Mourlevats immer wieder überraschendes Werk heftet den Stoff der antiken Epik an eine zeitgenössische Realität", so die Jury.

Jean-Claude Mourlevat wurde 1952 in Ambert, einem Dorf in der französischen Region Auvergne, geboren. Er begann sein Berufsleben als Deutschlehrer, bevor er den Weg wechselte und als Regisseur, Schauspieler und Clown in Frankreich und Deutschland arbeitete. Über das Theater kam er zum Schreiben und gab 1997 sein Autorendebüt mit dem Bilderbuch "Histoire de l'enfant et de l'oeuf". Seitdem arbeitet Mourlevat hauptberuflich als Schriftsteller. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in der Nähe von Saint-Étienne.

Mourlevats schriftstellerisches Werk sei breit gefächert und vielfältig. Er schreibe gesellschaftskritische Romane, habe aber eine besondere Vorliebe für die Genres Märchen, Fabel und Fantasy. Die Liebe zu Büchern und Literatur ziehe sich durch sein gesamtes Werk.

"L'Enfant océan" (Der Sog des Ozeans), veröffentlicht 1999, machte Mourlevat einem breiteren internationalen Publikum bekannt. In dem episodischen Werk folgen wir sieben Geschwistern, von denen zwei Zwillinge sind, auf ihrer Reise weg von einem bedrohlichen Zuhause. Der preisgekrönte Jugendroman "Le combat d'hiver" (Winterlied) von 2006 wurde in 20 Sprachen übersetzt. Er dreht sich um vier elternlose Schüler in einem Internat mit extrem harten und repressiven Regeln.

"Le chagrin du roi mort" (2009) sei ein Märchen, in dem das Überleben eines ganzen Volkes auf dem Spiel steht. Die Geschichte spiele sich auf einer friedlichen Insel irgendwo im Norden ab. Als der geliebte König stirbt, ist der Frieden bedroht. In seinem jüngstem Buch "Jefferson" (2018) sei die Hauptfigur ein Igel, der gerne liest. Als er fälschlicherweise des Mordes beschuldigt wird, begibt er sich auf die Flucht, und seine Gewohnheit, Romane zu lesen, bekommt eine entscheidende Bedeutung. Die deutsche Ausgabe von "Jefferson" ist im Februar 2020 im Verlagshaus Jacoby & Stuart erschienen.

  • Offizielle Website des Autors: http://www.jcmourlevat.com
  • Eine ausführliche Vorstellung der Bücher von Jean-Claude Mourlevat, verfasst von der Jury des Astrid-Lindgren-Gedächtnispreises, finden sich unter alma.se.

Zum Preis

Der Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis (Astrid Lindgren Memorial Award) ist die weltweit größte Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur. Die mit 5 Millionen Schwedischen Kronen (umgerechnet circa 490.000 Euro) dotierte Auszeichnung wird jährlich an einen oder mehrere Preisträger vergeben. Teilnahmeberechtigt sind Autoren, Illustratoren, Erzähler und Leseförderer. Der Preis soll das Interesse an Kinder- und Jugendliteratur fördern.

Der Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis wurde 2002 von der schwedischen Regierung ins Leben gerufen und wird vom Schwedischen Kunstrat verwaltet.