BücherFrauen-Literaturpreis "Christine"

Mely Kiyak gewinnt Premiere

21. Oktober 2021

Die Schriftstellerin Mely Kiyak ist die erste Preisträgerin des neuen BücherFrauen-Literaturpreises. Sie wird für ihr Buch "Frausein" (Hanser) ausgezeichnet. Das wurde heute auf der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben.

Literaturpreis der Bücherfrauen: Jurorin Nicole Seifert im Gespräch mit Moderatorin Barbara Weidle

Zu den BücherFrauen

Das Branchen-Netzwerk BücherFrauen e. V. wurde 1990 nach dem Vorbild der englischen Women in Publishing (WiP) gegründet. Mittlerweile bündelt der Verein nach eigenen Angaben die Interessen von rund 900 Verlagsfrauen, Buchhändlerinnen, Übersetzerinnen und Frauen aus anderen Arbeitsbereichen rund ums Buch. Bundesweit sind die BücherFrauen in Regionalgruppen organisiert.

In dem Buch "Frausein" (Hanser 2020) von Mely Kiyak berichte die Ich-Erzählerin von der Selbstwerdung einer Frau mit kurdischen Wurzeln, vom Prozess des Ankommens in der eigenen Existenz als Frau und Schriftstellerin, so die BücherFrauen. Von Krankheit, Alleinsein und dem Entdecken der eigenen Sprache.

Ihren mutigen Weg in die Unabhängigkeit schildere Mely Kiyak "so persönlich wie übergreifend, so literarisch verdichtet wie nachvollziehbar. Mely Kiyaks Buch Frausein hat uns durch seine sprachliche Kunstfertigkeit, durch seine inhaltliche Ausrichtung und durch seine gesellschaftliche Relevanz überzeugt. Mit ihrem Buch trägt Mely Kiyak, dem Kriterium des Literaturpreises Christine gemäß, zur Gleichstellung der Geschlechter und zur Stärkung von Frauen und Mädchen bei. Ihr Buch Frausein macht Mut, den eigenen Weg zu gehen, eigenständig und unabhängig", schreibt die Jury in ihrer Begründung.

In diesem Jahr gehören die Aviva-Verlegerin Britta Jürgs, die Buchhändlerin Susanne Martin und die Literaturwissenschaftlerin, Bloggerin und Autorin Nicole Seifert der Jury an. Der Preis wird künftig alle zwei Jahre von den BücherFrauen verliehen.

Preisverleihung

Auf der Frankfurter Buchmesse wurde das Preisträgerbuch vorgestellt. Da die Autorin nicht anwesend sein konnten, sprachen Jurorin Nicole Seifert und Moderatorin Barbara Weidle vor einem überwiegend weiblichen Publikum über das Buch. "Ein radikales Sich-Lösen aus Konventionen, um den eigenen Weg zu gehen, das ist sehr mitreißend beschrieben - ein großartig gemachtes Buch". 

Das Preisgeld wurde von einer anonymen Stifterin ausgelobt, die sich den BücherFrauen seit vielen Jahren verbunden fühlt und die eine solche literarische Auszeichnung ausschließlich für Frauen im deutschen Sprachraum vermisste. 

Die Preisverleihung findet am 5. November im Berliner Literaturhaus statt, so die BücherFrauen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ist mit der Statuette "Christine" verbunden, benannt nach der Schriftstellerin und Philosophin Christine de Pizan (um 1365 bis um 1430).