Bernhard Schlink: DIE ENKELIN

Mit Liebe gegen rechts

25. November 2021

Mit großem Feingefühl erzählt Bernhard Schlink von der Suche eines Mannes nach der Tochter seiner verstorbenen Frau – und vom Aufeinanderprallen zweier Welten.

Bernhard Schlink

Als Kaspar seiner Frau Birgit zur Flucht aus der DDR verhalf, ahnte er nicht, dass sie eine Tochter zurückließ. Erst nach Birgits Tod erfährt er von Svenja, macht sich auf die Suche und findet sie in einer völkischen Gemeinschaft. In Svenjas Tochter Sigrun sieht Kaspar die Enkelin, aber beider Ansichten sind grundverschieden: Sigrun glaubt an die Holocaust-Lüge und an eine jüdische Weltverschwörung. Können sie dennoch zueinanderfinden? 

In einer klaren, präzisen Prosa erzählt Bernhard Schlink von Flucht und Trauma, von liebevoller  Annäherung, krassen Gegensätzen und unerwarteten Gemeinsamkeiten. Einmal mehr erweist er sich als begnadeter Erzähler, der hinter die Fassade schaut und dort viel Schönes entdeckt. Ein großartiger Roman voller Zärtlichkeit, der zeigt, dass ein Miteinander auch unter schwierigsten Umständen möglich ist.

BIN

Bernhard Schlink 
Die Enkelin

Diogenes,  
368 S., 25,– €,
ISBN 978-3-257-07181-8

Über den Autor

Bernhard Schlink, geboren 1944, ist Jurist und lebt in Berlin und New York. Sein Roman „Der Vorleser“ (1995), der in über 50 Sprachen übersetzt und 2009 verfilmt wurde, begründete seinen schriftstellerischen Weltruhm